Neue Stadtbäume am Delmemarkt gepflanzt nach dem Stockholmer Modell
Ausgangssituation
Im Frühjahr 2023 mussten am Delmemarkt in der Bremer Neustadt fünf etwa 50 Jahre alte Robinien gefällt werden, nachdem ein Gutachter erhebliche Schäden durch Schadpilzbefall festgestellt hatte. Als Ersatz sollten neue Bäume mit verbesserten Standortbedingungen gepflanzt werden, die den Vorgaben des Handlungskonzepts Stadtbäume entsprechen. Dazu gehört insbesondere ein großzügiger Wurzelraum, um eine gesunde und nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen. Zudem mussten technische Voraussetzungen geschaffen werden, die einerseits die benötigte Traglast durch den Marktbetrieb berücksichtigen und andererseits die empfindlichen Wurzeln der Bäume vor Bodenverdichtung und dem damit einhergehenden Sauerstoffmangel schützen. Auch vorhandene Leitungen im Untergrund mussten beachtet werden.
Umgesetzte Maßnahmen
Im Oktober 2024 wurden auf dem Delmemarkt in Bremen fünf Weiß-Eschen gepflanzt. Die Pflanzung erfolgte als Pilotprojekt nach dem so genannten Stockholmer Modell. Dabei wird eine Mischung aus größeren Steinen, feinerem Boden, Pflanzenkohle und Baumsubstrat verwendet, um dem Boden bei höheren Belastungen genug Festigkeit zu verleihen und den Wurzeln zugleich genug Raum für Luft und Wasser zu bieten. Die Eignung des Stockholmer Modells soll dabei für Bremen geprüft werden. Ergänzend wurde der Platz mit neuen Pflasterflächen, Sitzpollern und Fahrradständern neu gestaltet. Belüftungsrohre und Wassersensoren wurden installiert, um eine nachhaltige Pflege der Bäume zu gewährleisten.
Das Projekt verbessert das Mikroklima, schafft neue Aufenthaltsqualitäten auf dem Platz und leistet einen Beitrag zur Klimaanpassung im innerstädtischen Raum. Durch die Anwendung und Erprobung des Stockholmer Modells werden wichtige Erkenntnisse für zukünftige Pflanzungen in Bremen gewonnen.