Bau des Gustaf-Erikson-Ufer am Waller Sand in der Überseestadt in Bremen-Walle
Im Rahmen der Neugestaltung des Gustaf-Erikson-Ufers wurde ein innovatives Konzept der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung umgesetzt, das den Prinzipien der Schwammstadt und einer wassersensiblen Stadtentwicklung entspricht. Anders als bei herkömmlichen Straßenbaumaßnahmen wurde bewusst auf eine klassische Straßenentwässerung in einen Niederschlagswasserkanal verzichtet. Stattdessen wird das anfallende Regenwasser innerhalb eines 2,12 m breiten Funktionsstreifen über ein Mulden-Rigolen-System direkt vor Ort versickert. Diese Lösung trägt dazu bei, das Stadtklima zu verbessern, die Grundwasserneubildung zu fördern und die Kanalisation bei Starkregenereignissen zu entlasten.
Die Planung sah zudem großflächige Pflanzbeete mit Wildblumen und Bäumen entlang der Straße vor, um die Biodiversität zu stärken und das Mikroklima positiv zu beeinflussen. Die dezentrale Regenwasserbewirtschaftung unterstützt die Versorgung des Straßenbegleitgrüns und trägt so zur nachhaltigen Pflege und Entwicklung des öffentlichen Raums bei.
Die Umsetzung des Projekts erforderte eine enge Abstimmung mit den angrenzenden Investoren und verschiedenen Genehmigungsbehörden, um die Einleitung und Versickerung des Oberflächenwassers rechtlich und technisch abzusichern. Nach erfolgreicher Abstimmung wurde eine wasserrechtliche Erlaubnis für die Versickerung des Niederschlagswassers erteilt.
Neben den wasserwirtschaftlichen Maßnahmen wurde das Gustaf-Erikson-Ufer als verkehrsberuhigter Bereich mit Mischverkehrsfläche gestaltet. Durch den gezielten Einsatz von Pollern, Fahrradbügeln und versetzten Parkstreifen wird der motorisierte Verkehr reduziert und die Aufenthaltsqualität für Fußgänger:innen und Radfahrende erhöht. Insgesamt zeigt das Projekt beispielhaft, wie durch innovative Entwässerungskonzepte und eine angepasste Gestaltung öffentlicher Räume die Ziele einer Schwammstadt in der Praxis umgesetzt werden können.